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Alters­vorsorge: die richtige Reihenfolge statt das falsche ProduktGesetzlich, betrieblich und privat im Vergleich

Die gesetzliche Rente ersetzt nur einen Teil Ihres letzten Einkommens. Wer die Lücke schließen will, braucht keine teuren Sonderprodukte, sondern eine klare Reihenfolge: erst die Arbeitskraft absichern, dann die geförderten Wege ausschöpfen, danach frei sparen.

  • Drei Schichten: gesetzlich, betrieblich, privat
  • Förderung mitnehmen, bevor Sie frei sparen
  • Kosten und Flexibilität schlagen jedes Renditeversprechen
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Der Tarifvergleich für die Altersvorsorge wird angebunden, sobald der Vergleichsanbieter freigeschaltet ist. Bis dahin zeigen wir Ihnen hier keine Beiträge – erfundene Preise helfen Ihnen nicht weiter.

Policenklar RedaktionFachredaktion VersicherungenZuletzt aktualisiert am

Wie groß ist Ihre Rentenlücke wirklich?

Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen dem, was Sie im Ruhestand brauchen, und dem, was tatsächlich ankommt. Ausgangspunkt ist Ihre jährliche Renteninformation: Sie nennt die bisher erworbene Anwartschaft und eine Hochrechnung bis zum Regelaltersrentenalter. Diese Hochrechnung ist ein Bruttobetrag – davon gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner sowie gegebenenfalls Steuern ab.

Rechnen Sie ehrlich: Setzen Sie Ihre heutigen Ausgaben an, ziehen Sie Posten ab, die im Alter wegfallen (Sparraten, Berufskosten, oft die Immobilienfinanzierung), und addieren Sie Posten, die dazukommen (Gesundheit, Pflege, Reisen). Die Differenz zwischen diesem Bedarf und der Nettorente ist Ihre Lücke – und zwar in heutiger Kaufkraft. Bei zwei Prozent Inflation halbiert sich der Wert eines Betrags in gut 35 Jahren nahezu.

  • Schritt 1: Renteninformation heraussuchen und Bruttorente notieren.
  • Schritt 2: Rund 11 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung abziehen, Steuern grob berücksichtigen.
  • Schritt 3: Monatlichen Bedarf im Alter schätzen und die Differenz bilden.
  • Schritt 4: Die Lücke mit der erwarteten Rentendauer multiplizieren – 20 bis 25 Jahre sind realistisch.
Die drei Schichten der Altersvorsorge im Vergleich
MerkmalSchicht 1: BasisSchicht 2: betrieblich/Riester★ EmpfehlungSchicht 3: privat frei
BeispieleGesetzliche Rente, Rürup, VersorgungswerkBetriebsrente, Direktversicherung, RiesterRentenversicherung, Fondssparplan, Immobilie
FörderungBeiträge weitgehend steuerlich absetzbarSteuer- und Sozialabgabenersparnis, ZulagenKeine direkte Förderung, teils Steuervorteile bei Rentenbezug
FlexibilitätSehr gering, keine KapitalauszahlungGering bis mittel, an Vertrag gebundenHoch, jederzeit anpass- oder kündbar
Verfügbarkeit vor RentenbeginnNicht möglichIn der Regel nicht oder nur mit NachteilenJederzeit möglich
Besonders geeignet fürSelbstständige mit hoher SteuerlastAngestellte mit Arbeitgeberzuschuss, Familien mit KindernAlle, die flexibel bleiben wollen

In welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten

Erstens: Arbeitskraft absichern. Wer vor dem Ruhestand berufsunfähig wird, verliert nicht nur das laufende Einkommen, sondern auch die Fähigkeit, weiter Rücklagen zu bilden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung geht deshalb jedem Sparvertrag vor.

Zweitens: teure Schulden tilgen. Ein Dispo- oder Ratenkredit kostet mehr Zinsen, als eine Anlage im Schnitt erwirtschaftet. Tilgen ist hier die sicherste Rendite.

Drittens: Notgroschen aufbauen. Drei bis sechs Nettomonatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto verhindern, dass Sie langfristige Verträge im falschen Moment kündigen müssen.

Viertens: geförderte Wege nutzen. Zahlt Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss zur Entgeltumwandlung, ist das ein sofortiger Ertrag, den kein freier Sparplan bietet. Riester lohnt sich vor allem bei mehreren Kindern, weil die Zulagen dann einen großen Teil des Beitrags ausmachen. Rürup passt zu Selbstständigen mit hoher Steuerlast, ist aber bis zum Rentenbeginn gebunden.

Fünftens: frei sparen. Alles darüber hinaus gehört in flexible Anlagen. Ein breit gestreuter Fondssparplan lässt sich anhalten, erhöhen oder auflösen – ein Vorteil, den Sie bei langen Vertragslaufzeiten sonst teuer bezahlen.

Versicherungslösung oder freies Sparen?

Vorteile

  • Lebenslange Rente: Das Langlebigkeitsrisiko trägt der Versicherer
  • Steuervorteile in der Ansparphase, je nach Schicht
  • Automatische Beitragszahlung diszipliniert
  • Beitragsgarantien möglich, wenn Schwankungen Sie nervös machen

Nachteile

  • Abschluss- und Verwaltungskosten schmälern die Rendite spürbar
  • Lange Bindung, Kündigung meist mit Verlust
  • Garantien kosten Rendite – besonders bei langer Laufzeit teuer
  • Rentenfaktor kann bei manchen Tarifen nachträglich sinken

Häufige Fehler beim Vorsorgeaufbau

  • Zu spät anfangen. Wer mit 25 monatlich 100 Euro spart, hat bei gleicher Rendite deutlich mehr als jemand, der mit 40 das Dreifache einzahlt – der Zinseszins braucht Zeit.
  • Alles in ein Produkt. Eine einzige Police für alles ist selten optimal. Streuen Sie über die Schichten.
  • Verträge vergessen. Alte Direktversicherungen, Riester-Verträge und Betriebsrenten früherer Arbeitgeber gehören inventarisiert – sonst fehlt beim Rentenantrag die Hälfte.
  • Inflation ignorieren. Eine garantierte Rente von 500 Euro in 30 Jahren fühlt sich heute nach mehr an, als sie dann wert ist.
  • Kündigen statt beitragsfrei stellen. Wer Verträge in Geldnot kündigt, verliert oft Garantien und Zulagen. Beitragsfreistellung ist meist die bessere Notbremse.

Häufige Fragen zur Altersvorsorge

Als Orientierung gelten 10 bis 15 Prozent des Bruttoeinkommens über das gesamte Erwerbsleben, inklusive betrieblicher Vorsorge. Wer später startet, muss die Quote erhöhen. Wichtiger als der perfekte Prozentsatz ist, überhaupt regelmäßig zu sparen und die Rate mit jeder Gehaltserhöhung anzuheben.

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Vorsorge sortieren statt Produkte sammeln

Wir schauen uns Ihre bestehenden Verträge an, rechnen die Lücke aus und sagen Ihnen, welcher Baustein als Nächstes sinnvoll ist – auch wenn das heißt: erst einmal keiner.

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